Wasseraufbereitung

Als Wasseraufbereitung bezeichnet man die zielgerichtete Veränderung der Trinkwasserqualität. Sie umfasst im Wesentlichen zwei Gruppen der Behandlung:

1. Entfernung von Stoffen aus dem Wasser (z.B. Reinigung, Sterilisation, Enthärtung, Entsalzung etc.
2. Ergänzung von Stoffen sowie Einstellen von Parametern des Wassers (z.B. Dosierung).

Die gebräuchlichsten Wasseraufbereitungsverfahren in der Sanitärtechnik sind folgende:

Filtration (mechanische Aufbereitung)
Dosierung (chemische Verfahren)
Enthärtung (chemische Verfahren)
Umkehrosmose (physikalisches Verfahren, Membranverfahren)
Filtration (mechanische Aufbereitung)

Die Wasserversorgung liefert fest- und feinpartikelfreies Trinkwasser. Auf dem Weg zur Hausinstallation können sich jedoch Verkrustungen von den Rohren lösen und in die Wasserleitung gelangen, so wie es auch möglich ist, dass bei Arbeiten am öffentlichen Netz Sand und andere Verschmutzungen in die Hausanschlussleitung gelangen. Damit diese Einschwemmungen keine Schäden verursachen, können verschiedene Filter eingebaut werden. Die Sanitärinstallation wird so vor diversen Korrosionserscheinungen geschützt. Die Sanitärarmaturen setzen sich nicht zu und bleiben weitgehend funktionsfähig.

Dosierung (chemische Verfahren)

Rostbehandlung mittels Mineralstoffdosierung
Diverse Wasserinhaltsstoffe führen zu Korrosion in den Wasserleitungen aus verzinkten Stahlrohren. Dies hat zur Folge, dass die Leitungen zu rosten beginnen und sich das Wasser braun färbt. Die „Mineralstoff-Kombinationen“ die mittels geprüfter Dosiergeräte ins Leitungsnetz dosiert werden, bilden in den Rohren eine dünne Schutzschicht die Wasser und den Werkstoff der Rohrleitung trennt. Mineralstoffdosieranlagen führen dem Wasser im Verhältnis zur Durchflussmenge, je nach Beschaffenheit, die geeignete Mineralstofflösung zu. Die genannte Mineralstofflösung dient der Rostreduktion und ist gesundheitlich absolut unbedenklich.

Enthärtung (chemische Verfahren)

Enthärtung des Rohwassers durch den Austausch der Erdalkaliionen gegen Natriumionen. (Ionentausch Prinzip)
Das harte, kalkhaltige Wasser durchströmt ein Austauschmaterial (Kationenaustauscherharz). Dabei wird im Ionentausch-Verfahren der Kalk entzogen und an das Austauschermaterial gebunden. Das heisst, dass die Calcium- und Magnesium-Ionen gegen eine äquivalente Menge Natriumionen ausgetauscht werden. Das so gewonnene „0-grädige“ Wasser wird wieder mit hartem Wasser auf die gewünschte ideale Wasserhärte gemischt (aufgehärtet). Ist die Kapazität des Austauscherharzes erschöpft, wird es mit einer Kochsalzlösung reaktiviert und anschliessend gespült. Im Normalbetrieb sowie während der Regeneration kommen Salzlösung und Trinkwasser nicht miteinander in Berührung.

Umkehrosmose (physikalisches Verfahren, Membranverfahren)

Die Umkehrosmose oder Reversosmose ist ein physikalisches Verfahren zur Aufkonzentrierung von in Flüssigkeiten gelösten Stoffen, bei der mit Druck der natürliche Osmose-Prozess umgekehrt wird. Das Medium, in dem die Konzentration eines bestimmten Stoffes verringert werden soll, ist durch eine halbdurchlässige (semipermeable) Membran von dem Medium getrennt, in dem die Konzentration erhöht werden soll. Dieses wird einem Druck ausgesetzt, der höher sein muss als der Druck, der durch das osmotische Verlangen zum Konzentrationsausgleich entsteht. Dadurch können die Moleküle des Lösungsmittels gegen ihre „natürliche“ osmotische Ausbreitungsrichtung wandern. Im Trinkwasserbereich heisst das, dass im Umkehrosmoseprozess die aufgelösten Salze zu fast 100% entfernt werden, wobei die Membranporen so fein sind, dass selbst Mikroorganismen, wie Bakterien und Pyrogene nicht passieren können. Das reine Wasser (Permeat) wird in einem Vorratsbehälter gespeichert und mittels einer Pumpe an die Verbrauchsstelle gefördert. Das mineralsalzhaltige Wasser (Konzentrat) wird in den Wasserablauf geleitet.